„Strom makes the world go round“
Ist Ihnen bewusst, wie abhängig unsere moderne Welt von der Stromversorgung ist?
Dass weder Kaffeemaschine noch Kühlschrank oder Fernsehen ohne Strom funktionieren, liegt auf der Hand. Aber sind Sie sich darüber im Klaren, dass auch die Heizung nicht geht, wenn der Boiler keinen Strom bekommt? Und wie sieht es mit der Trinkwasserversorgung aus, wenn die Pumpen der Wasserwerke stillstehen?
Die großen und kleinen Auswirkungen, die ein Blackout auf unser Privatleben hätte, sind massiv. Umso wichtiger ist es deshalb, sich vorzubereiten. Bereits im Mai sprach die Bundesregierung vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs die Empfehlung aus, für den Ernstfall vorzusorgen und einen Notvorrat für 10 Tage anzulegen. Innenministerin Nancy Faeser verwies dabei auf die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) veröffentlichte
Liste zur Notfallvorsorge.
Weitere wertvolle Tipps für die Vorsorge und das Verhalten bei einem Stromausfall finden Sie auf der Webseite des BBK.
Batterien, Kerzen, Wasser und Konserven – check! Doch werfen wir einmal einen Blick über den privaten Bereich hinaus: Hier erreicht ein Blackout, also ein großflächiger Stromausfall, schnell ganz andere – weitaus bedrohlichere – Dimensionen.
Das Mittelalter lässt grüßen
Ohne elektrische Energie sind wir zahlreichen Alltagssituationen hilflos ausgeliefert – es fahren keine Straßenbahnen, Geldautomaten funktionieren nicht mehr und auch die meisten Mobilfunkmasten sind ohne Strom ebenso nutzlos wie die Server von Internetprovidern.
Über mehrere Stunden oder sogar Tage hätte ein Blackout erhebliche Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Deutschland. Supermärkte müssten schließen, da sowohl Kühltruhen als auch Kassensysteme ausfallen würden. Zwar verfügen viele Geschäfte über Notstromaggregate, die im Ernstfall für einen Notstrombetrieb sorgen. Einen lang andauernden Stromausfall können sie jedoch nicht überbrücken.
Ähnliches gilt für große Teile des öffentlichen Verkehrs. Denn auch das rund 7.900 Kilometer lange deutsche Bahnstromnetz hängt am öffentlichen Versorger und nur die wenigsten Tankstellen verfügen über Notstromaggregate, die im Notfall dafür sorgen, dass aus den Zapfsäulen weiter Benzin und Diesel kommt.
Um bei einem großflächigen, länger anhaltenden Stromausfall in den Kritischen Infrastrukturen sowie den Kernbereichen des Staates handlungsfähig zu bleiben, diskutiert die Bundesregierung über die Einführung so genannter Lastabwürfe. Dabei handelt es sich um kleinere gezielte Stromabschaltungen einzelner Abnehmer, Stadtteile oder Regionen, die dazu führen sollen, die Stromnetze zu entlasten.