Desinformation als Waffe
Neben den direkten Attacken auf die IT-Infrastrukturen von Großevents nutzen insbesondere staatliche Akteure im Vorfeld gerne auch gezielte Desinformation, um Angst zu schüren und die Veranstalter zu diffamieren. So registrieren Beobachter bereits seit Wochen zahlreiche Destabilisierungsversuche, die sich gegen die Olympischen Spiele in Paris richten.
Das Microsoft Threat Analysis Center warnt vor komplexen Desinformationskampagnen, die von prorussischen Akteuren gesteuert werden. Mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) werden Statements von prominenten Personen gefälscht, um der Propaganda mehr Glaubwürdigkeit und Reichweite zu verschaffen. So verbreitet sich derzeit ein Video auf der Plattform Telegram, in dem US-Schauspieler Tom Cruise über zwielichtige Geschäfte von IOC-Präsident Thomas Bach spricht – so meint man.
Dabei handelt es sich um einen klassischen Deepfake, der im Zusammenhang mit der bereits 2023 veröffentlichten Pseudodokumentation "Olympics has fallen" steht. Die Stimme, die auch in der vermeintlichen Netflix-Dokumentation zu hören ist, ist KI-generiert, die Inhalte dienen der Verunglimpfung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
Derartige Desinformationskampagnen zielen darauf ab, die Glaubwürdigkeit des IOC anzugreifen, organisatorische Fehler der Spiele hervorzuheben und mit gefälschten Terrorwarnungen Verunsicherung zu stiften.