Security as a Service (SaaS): Kann man Sicherheit mieten?



17.05.2023 | In einer Welt, in der Cyberkriminalität und Datendiebstahl alltäglich geworden sind, ist IT-Sicherheit wichtiger denn je. Doch was passiert, wenn ein Unternehmen nicht die nötigen Ressourcen hat, um ein internes IT-Sicherheitsteam aufzubauen? Was sollen die Unternehmen tun, die vom anhaltenden Mangel an qualifizierten IT-Sicherheitsfachkräften betroffen sind?

Fakt ist: Die Gefahren und Bedrohungen durch Cyberkriminalität, Datenlecks und Hackerangriffe sind allgegenwärtig und können schwerwiegende Konsequenzen haben. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, gibt es verschiedene Ansätze und Lösungen, eine davon ist Security as a Service. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff?



Was ist SaaS?


Security as a Service (SaaS) ist ein IT-Sicherheitskonzept, bei dem Unternehmen und Organisationen den Schutz ihrer Daten und Systeme an einen externen Dienstleister auslagern. Dabei werden unterschiedliche Sicherheitsdienstleistungen angeboten, wie zum Beispiel Firewalls, Antivirus-Programme, Intrusion Detection Systeme, Vulnerability Scans und weitere Lösungen, die individuell auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt werden können.

Im Gegensatz zu traditionellen Sicherheitsmaßnahmen, bei denen die IT-Abteilung des Unternehmens die Systeme selbst schützt, übernimmt beim SaaS-Modell der Dienstleister die Verantwortung für die Sicherheit. Das bedeutet, dass dieser die notwendige Technologie, Expertise und Erfahrung bereitstellt, um eine umfassende Sicherheitslösung zu bieten.

Die Kunden haben somit den Vorteil, sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren zu können, während die Sicherheitsaspekte in guten Händen sind.




Wie funktioniert SaaS?


Security as a Service (SaaS) basiert auf dem Modell der Cloud-Computing-Dienste, bei dem Unternehmen oder Einzelpersonen Sicherheitsdienste von einem Spezialisten für IT-Security beziehen, anstatt sie selbst zu betreiben und zu verwalten. Die Sicherheitsdienste werden über das Internet bereitgestellt und umfassen eine breite Palette von Dienstleistungen wie z.B. Netzwerk- und Datenbanksicherheit, Identitäts- und Zugriffsmanagement, Schutz vor Malware und Bedrohungserkennung.

Der SaaS-Anbieter betreibt die notwendige Sicherheitsinfrastruktur und -tools und stellt sie dem Kunden als Abonnement-Service zur Verfügung. Der Kunde kann je nach Bedarf verschiedene Sicherheitsdienste in Anspruch nehmen und flexibel auf seine Bedürfnisse und sein Budget reagieren. Die Abrechnung erfolgt meist monatlich oder jährlich.

Um sicherzustellen, dass die Sicherheitsdienste effektiv sind, überwacht der SaaS-Anbieter kontinuierlich potenzielle Bedrohungen und passt seine Sicherheitsmaßnahmen entsprechend an. Der Kunde kann auch auf eine Vielzahl von Berichten und Analysen zugreifen, um den Sicherheitsstatus seines Unternehmens zu überwachen.




Welche Arten von SaaS gibt es?


Es gibt eine Vielzahl von Security-as-a-Service-Lösungen, die Unternehmen und Organisationen dabei unterstützen, ihre IT-Sicherheit zu verbessern und zu schützen.

Zu den gängigsten Modellen zählen:

  1. Firewall as a Service (FWaaS): FWaaS bietet eine Cloud-basierte Firewall-Lösung, die es Unternehmen ermöglicht, ihre Netzwerke vor Bedrohungen zu schützen, ohne eine eigene physische Firewall-Infrastruktur aufzubauen.
  2. Endpoint Security as a Service (ESaaS): Diese Lösung bietet einen umfassenden Schutz für Endgeräte wie Desktops, Laptops, Smartphones und Tablets. ESaaS umfasst Anti-Malware-Software, Firewall und andere Sicherheitsmaßnahmen, um Endgeräte vor Cyber-Bedrohungen zu schützen. 
  3. Identity and Access Management as a Service (IDaaS): IDaaS bietet eine Cloud-basierte Lösung für die Verwaltung von Benutzeridentitäten und Zugriffsrechten. Unternehmen können damit sicherstellen, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf ihre Systeme und Daten haben.
  4. Vulnerability Scanning as a Service (VSaaS): Diese Lösung bietet eine regelmäßige Überprüfung von Systemen und Anwendungen auf Schwachstellen und Sicherheitslücken. VSaaS hilft Unternehmen dabei, ihre Systeme zu schützen, indem sie potenzielle Bedrohungen erkennen und beseitigen, bevor sie ausgenutzt werden können.
  5. Encryption as a Service (EaaS): EaaS bietet eine Cloud-basierte Verschlüsselungslösung für Daten, die in Repositories, Cloud-Diensten oder auf mobilen Geräten gespeichert sind. EaaS schützt Daten vor unbefugtem Zugriff und Diebstahl und unterstützt Unternehmen dabei, gesetzliche Bestimmungen und Compliance-Anforderungen zu erfüllen.
  6. Security Information and Event Management as a Service (SIEMaaS): SIEMaaS bietet eine Cloud-basierte Lösung zur Überwachung und Analyse von Sicherheitsereignissen in Echtzeit. Unternehmen können so potenzielle Bedrohungen erkennen und darauf reagieren, um Schäden zu minimieren.


Angesichts der Vielzahl an Modellen ist es wichtig zu beachten, dass nicht jede SaaS-Lösung für jedes Unternehmen geeignet ist. Um die passende Lösung zu finden, ist stets eine sorgfältige Evaluierung der Anforderungen und Bedürfnisse des Unternehmens erforderlich.



Fachkräftemangel = Sicherheitsmangel?


Angesichts des Mangels an Fachkräften wird es für Unternehmen immer schwieriger, ihre IT-Sicherheitsbedürfnisse intern zu erfüllen. SaaS-Anbieter bieten jedoch eine praktikable Alternative, indem sie Unternehmen den Zugang zu Fachwissen und Expertise in der IT-Sicherheit ermöglichen, ohne dass sie eigene Sicherheitsfachkräfte beschäftigen oder ausbilden müssen.

Durch den Einsatz von SaaS-Diensten können Unternehmen auf ein Team von Sicherheitsexperten zugreifen, die auf Bedrohungserkennung und -abwehr spezialisiert sind. Diese Experten sind mit den neuesten Bedrohungstrends vertraut und verfügen über das erforderliche Wissen und die Ressourcen, um die Sicherheitssysteme des Unternehmens kontinuierlich zu überwachen und auf Bedrohungen zu reagieren. Dies ermöglicht es Unternehmen, schnell auf Bedrohungen zu reagieren, ohne dass sie die Ressourcen und das Personal aufwenden müssen, um dies intern zu tun.

Insgesamt trägt SaaS dazu bei, den Mangel an IT-Sicherheitsfachkräften zu entschärfen, indem es Unternehmen die Möglichkeit gibt, auf eine breite Palette von IT-Sicherheitsdienstleistungen zurückzugreifen, ohne intern Mitarbeiter beschäftigen oder ausbilden zu müssen. Darüber hinaus können Unternehmen durch den Einsatz von SaaS-Diensten sicherstellen, dass ihre Systeme immer auf dem neuesten Stand der Technologie und auf dem neuesten Stand der Bedrohungstrends sind. 



Vorteile von Security as a Service


  1. Geringere Kosten:  SaaS erfordert keine hohen Investitionen in Hardware, Software und IT-Experten, die für die Einrichtung und Wartung von traditionellen Software-Lösungen benötigt werden. Stattdessen können Sie SaaS-Lösungen nutzen, indem Sie nur für die tatsächliche Nutzung bezahlen, was insgesamt kosteneffektiver sein kann.
  2. Skalierbarkeit: SaaS-Lösungen bieten in der Regel eine höhere Skalierbarkeit als traditionelle Software-Installationen. Sie können Ihre Nutzerzahl einfach erweitern oder reduzieren, je nach Bedarf und ohne die Notwendigkeit, zusätzliche Hardware oder Software zu kaufen.
  3. Flexibilität: SaaS bietet eine höhere Flexibilität als traditionelle Software-Lösungen. Sie können von überall auf der Welt auf die Software zugreifen, solange Sie eine Internetverbindung haben, was die Zusammenarbeit erleichtert und die Mobilität erhöht.
  4. Regelmäßige Updates: Mit SaaS-Lösungen erhalten Sie regelmäßige Updates und Verbesserungen, ohne dass Sie zusätzliche Kosten oder Aufwand für die Installation neuer Versionen haben. Die Software wird von den Anbietern kontinuierlich verbessert und aktualisiert, um den sich ändernden Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden.
  5. Einfache Integration: SaaS-Lösungen lassen sich leicht in bestehende IT-Systeme und Anwendungen integrieren. Die meisten Anbieter bieten APIs an, die eine nahtlose Integration mit anderen Systemen ermöglichen.
  6. Sicherheit: Die meisten SaaS-Anbieter bieten eine hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit, da sie ihre Dienste in hochmodernen Rechenzentren hosten und eine Vielzahl von Sicherheitsmaßnahmen implementieren, um die Daten ihrer Kunden zu schützen.




Eine Frage der Sicherheit


Das Mieten von Sicherheit durch einen Security as a Service Anbieter ist eine vielversprechende Option für Unternehmen und Organisationen, um ihre IT-Systeme zu schützen. Doch am Ende bleibt die Frage – wie sicher ist es, Sicherheit zu mieten?

Natürlich kann keine Garantie für absolute Sicherheit gegeben werden, aber die meisten Anbieter arbeiten auf höchstem technologischen Niveau und bieten ein erfahrenes Team von Sicherheitsexperten, die potenzielle Bedrohungen schnell erkennen und abwehren können.


Ingesamt bietet SaaS eine kosteneffektive, flexible und skalierbare Möglichekeit, auf leistungsfähigere Software-Lösungen zuzugreifen, ohne die Notwendigkeit für teure Hardware und IT-Experten.