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Microsoft Patchday im September
09.09.2026 | Microsoft behebt mit dem Patchday im August insgesamt 421 Sicherheitslücken in Windows, Azure, Microsoft 365, Exchange, SharePoint, Office und weiteren Komponenten. Mehr als 60 davon werden als kritisch eingestuft und eine Schwachstelle wird bereits aktiv ausgenutzt.
Aktive Angriffe
Besonders relevant sind zwei bereits aktiv ausgenutzte Schwachstellen, über die Angreifer ihre Berechtigungen bis auf SYSTEM-Ebene ausweiten können.
Die Schwachstelle CVE-2026-81963 betrifft den Windows Update Stack. Angreifer mit geringen lokalen Berechtigungen können darüber Dateien in einem fremden Kontext ablegen und so vollständige Systemrechte erlangen.
Auch CVE-2026-85880 im Windows Advanced Local Procedure Call (ALPC) ermöglicht eine Rechteausweitung auf SYSTEM. Ein Angreifer kann dabei aus einer eingeschränkten AppContainer-Umgebung ausbrechen. Beide Schwachstellen werden bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt.
Kritische Netzwerk-Schwachstellen
Ein besonders hohes Risiko geht im September von mehreren Schwachstellen in Windows-Netzwerkdiensten aus. Rund 20 Sicherheitslücken gelten als potenziell wurmfähig und können sich unter bestimmten Voraussetzungen ohne Benutzerinteraktion von System zu System ausbreiten.
Betroffen sind unter anderem der Windows DNS Server (CVE-2026-69730), der Message Queuing Service (CVE-2026-69579) sowie der Routing and Remote Access Service (CVE-2026-69590). Alle drei Schwachstellen erreichen einen CVSS-Score von 9,8 und können ohne vorherige Authentifizierung ausgenutzt werden.
Weitere kritische Schwachstellen betreffen unter anderem Netlogon, den Windows DHCP-Server, das Secure Socket Tunneling Protocol sowie Remote Desktop Services.
Exchange, SharePoint und Outlook
Auch zentrale Microsoft-Anwendungen sind von kritischen Sicherheitslücken betroffen.
In Exchange Server (CVE-2026-55007) kann eine präparierte Visio-Datei im Anhang einer E-Mail zur Ausführung von Schadcode führen. Der Angriff kann bereits bei der Verarbeitung der Nachricht durch den Server erfolgen, ohne dass ein Benutzer den Anhang öffnen muss.
Eine weitere kritische Schwachstelle betrifft Outlook (CVE-2026-78509, CVSS 9,8). Hier kann bereits das Vorschaufenster als Angriffsweg dienen. In SharePoint Server (CVE-2026-69465) kann ein angemeldeter Angreifer eine Sicherheitsprüfung umgehen und eigenen Code im Kontext der Anwendung ausführen.
Kritische Cloud- und KI-Schwachstellen
Auch mehrere Microsoft-Cloud- und KI-Dienste weisen schwerwiegende Sicherheitslücken auf. Besonders hervorzuheben sind Azure AI Language (CVE-2026-70352) und Azure Active Directory B2C (CVE-2026-83711) mit einem CVSS-Score von jeweils 10,0.
Weitere kritische Schwachstellen betreffen Entra ID und Copilot Studio. Diese Sicherheitslücken wurden von Microsoft bereits serverseitig behoben, sodass hierfür keine Kundenaktion erforderlich ist.
Eine weitere Schwachstelle betrifft den Microsoft SQL Server in Verbindung mit SQL Copilot. Für eine erfolgreiche Ausnutzung ist jedoch eine Benutzerinteraktion erforderlich.
Handlungsempfehlung
Wir empfehlen Ihnen, die bereitgestellten Sicherheitsupdates zeitnah zu installieren. Besondere Priorität sollten die beiden bereits aktiv ausgenutzten Windows-Schwachstellen sowie die kritischen Sicherheitslücken in Netzwerkdiensten, Domänencontrollern, Exchange Server, Outlook und SharePoint Server erhalten.
Prüfen Sie außerdem, welche der weiteren betroffenen Windows- und Microsoft-Komponenten in Ihrer Umgebung eingesetzt werden, und aktualisieren Sie diese entsprechend.