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Microsoft Patchday im Juli
15.07.2026 | Microsoft behebt mit dem Patchday im Juli insgesamt 622 Sicherheitslücken in Windows, Office, SharePoint, Exchange, Azure und weiteren Komponenten. Damit handelt es sich um den bislang umfangreichsten Microsoft Patchday. Besonders relevant sind zwei bereits aktiv ausgenutzte Zero-Day-Schwachstellen sowie mehrere kritische Lücken in zentralen Windows-Netzwerkdiensten.
Aktive Angriffe
Besonders kritisch ist eine aktiv ausgenutzte Schwachstelle in Active Directory Federation Services (CVE-2026-56155). Angreifer können ihre Berechtigungen auf Administratorniveau erweitern und dadurch weitreichenden Zugriff auf die Identitätsinfrastruktur eines Unternehmens erhalten.
Ebenfalls aktiv ausgenutzt wird eine Schwachstelle in SharePoint Server (CVE-2026-56164). Sie ermöglicht eine Rechteausweitung und betrifft SharePoint Server 2016, 2019 sowie die Subscription Edition. Microsoft empfiehlt zusätzlich, das Antimalware Scan Interface (AMSI) zu aktivieren und den Request Body Scan auf den Modus Full zu setzen.
Kritische Netzwerk-Schwachstellen
Mehrere schwerwiegende Sicherheitslücken betreffen den Windows DHCP-Server (CVE-2026-50518, CVSS 9,8), das Remote Desktop Protocol RDP (CVE-2026-56190, CVSS 9,8) sowie einen Windows-Netzwerktreiber (CVE-2026-56188, CVSS 9,8). Angreifer können darüber ohne vorherige Anmeldung Schadcode aus der Ferne ausführen. Die Schwachstelle im Netzwerktreiber gilt zudem als potenziell selbstverbreitend ("wormable").
Kritische Schwachstelle in Hyper-V
Besonders schwerwiegend ist eine Schwachstelle im Hyper-V Virtual Switch (CVE-2026-57092, CVSS 9,9). Ein authentifizierter Angreifer kann sie aus einer Gast-VM heraus ausnutzen, um die Virtualisierungsgrenze zu überwinden und auf den Host zuzugreifen. Dadurch besteht das Risiko einer weitreichenden Kompromittierung der Virtualisierungsumgebung.
SharePoint und Exchange
Neben der bereits aktiv ausgenutzten SharePoint-Lücke behebt Microsoft zwei weitere kritische Schwachstellen, die eine Ausführung von Schadcode ohne Anmeldung ermöglichen.
Auch Exchange Server ist betroffen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann Schadcode im Kontext von Outlook Web Access (OWA) ausgeführt werden.
Weitere betroffene Komponenten
Mit dem Juli-Patchday schließt Microsoft außerdem eine bereits zuvor öffentlich bekannte Schwachstelle in BitLocker, über die sich unter bestimmten Voraussetzungen die Laufwerksverschlüsselung umgehen lässt. Weitere Sicherheitslücken betreffen unter anderem den Windows-Kernel, SQL Server, Hyper-V sowie verschiedene Azure-Dienste. Mehrere Cloud-Schwachstellen hat Microsoft bereits serverseitig behoben.
Handlungsempfehlung
Wir empfehlen Ihnen, die bereitgestellten Sicherheitsupdates zeitnah zu installieren. Prüfen und aktualisieren Sie insbesondere AD-FS- und SharePoint-Systeme, da diese bereits aktiv angegriffen werden. Auch Windows-Server mit DHCP- oder RDP-Diensten, Exchange-Server sowie Virtualisierungsumgebungen sollten kurzfristig geprüft und abgesichert werden.