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WAS VIRTUALISIERUNG MIT ERDÖL ZU TUN HAT

Servervirtualisierung ist ein wichtiges Verfahren, bei dem eine logische Schicht in Form einer speziellen Software zwischen die (physische) Ressource und die Anwendung gelegt wird.
Virtualisierung

Welcher IT-Verantwortliche kennt das nicht: Man führt eine neue Software ein – und die Speicherkapazität reicht nicht aus! Die Bereitstellung eines neuen Servers allerdings – dauert mindestens drei Wochen… IT-Abteilungen kommen heute kaum noch an Techniken zur Virtualisierung vorbei. Denn sie macht eine effizientere und flexiblere IT-Infrastruktur möglich.
 
Die Virtualisierung erlaubt eine Trennung von Software (Anwendungen etc.) und von der Hardware (Server, Speicher). Für Unternehmen, die mehrere Server betreiben, lassen sich durch Virtualisierungslösungen Betriebskosten senken. Auch der Wartungs- und Administrationsaufwand lässt sich verringern. Allerdings wurden durch die Virtualisierung von Servern auch die Techniken der virtuellen Nachbildung von Umgebungen etabliert, wie zum Beispiel von Applikationen, Desktops, Clients, der Präsentationsschicht oder auch von Speichersystemen.
 
Neuester Spross aller Virtualisierungsmodelle ist die Client-Virtualisierung, durch die sich „Bring Your Own Device“-Konzepte umsetzen lassen. Mithilfe der Client-Virtualisierung können die eigentlich privaten Geräte auch im Unternehmen an die spezifischen Anforderungen angepasst werden.
 
Wer annimmt, dass Virtualisierung nur etwas für große Unternehmen ist, der irrt. Zwar braucht es tatsächlich finanzielle Mittel und Know-how für Hypervisoren und andere Tools, aber: In einer Studie der Aberdeen Group bei 135 ausgewählten Unternehmen kamen die Experten zu einem weitaus differenzierteren Bild, was den Einsatz von Virtualisierung betrifft. Ziel der Erhebung war es, Informationen zu generieren, wie sich der Hypervisor-Einsatz bei großen Unternehmen von dem bei kleinen unterscheidet. Aberdeen hat ermittelt, dass 66 % der großen Unternehmen seit mindestens drei Jahren mit virtuellen Maschinen (VM) arbeiten. Nur 40 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben hingegen einige Applikationen in virtuelle Umgebungen gepackt.
 
Betrachtet man in der Aberdeen Studie jedoch die erst vor kurzem begonnenen Virtualisierungsprojekte, so sieht man, dass 77 % von den KMU Virtualisierung umgesetzt haben, von den großen Unternehmen 88 %. Unter Berücksichtigung der Aussagen, was in den kommenden Monaten geplant ist, sieht es so aus, dass beide Gruppen auf einen Anteil von 95 % gelangen. Aberdeen interpretiert dieses Ergebnis folgendermaßen: Die kleinen und mittleren Unternehmen haben zwar später mit der Server-Virtualisierung begonnen – sie sind aber im Vergleich zu den großen Unternehmen eindeutig auf der Aufholspur.
 
In die Zukunft blickte in diesem Zusammenhang übrigens der Hersteller EMC, der für sich die Megatrends Cloud Computing, Virtualisierung und Big Data identifiziert hat. Chuck Hollis, Marketing-Manager bei EMC: „Statt um Konsolidierung auf der Hardware Ebene geht es nun um die Transformation sämtlicher Geschäftsprozesse, unterstützt durch die dienende Rolle der IT.“ Chuck Hollis meinte dazu provozierend: „Data is the new oil!“
Genau wie vor mehr als 100 Jahren die großen Erdölfirmen begannen, das schwarze Gold ans Tageslicht zu holen, geht es für Hollis darum, verborgene Schätze im Unternehmen heute mit dem Baukasten der IT-Tools, allen voran das Instrument der Virtualisierung bei Servern, Storage und Netzwerken, zu heben.

Virtualisierung ist dabei der erste Schritt zur Cloud. Wie der Branchenverband Bitkom ermittelte, setzten im vergangenen Jahr 37 % der deutschen Unternehmen vermehrt auf digitale Dienste aus der „Wolke“. Weitere 29 % planen den Einsatz konkret. Allerdings: Fast die Hälfte der Befragten steht Cloud-Diensten skeptisch bis ablehnend gegenüber. Diese Zahlen decken sich im Grunde mit den Ergebnissen der IT-Trends-Studie 2013 von Capgemini. Demnach erwarten viele CIOs, dass der überwiegende Teil der IT-Services in zehn Jahren aus der Cloud beziehungsweise von externen Dienstleistern bezogen wird. Als aktuelle wichtigste Technologien für die Zukunftssicherung ihrer Organisationen nannten die CIOs erneut Virtualisierung, Master Data und Data Quality Management sowie die Integration von Standard- und Individualsoftware. „Schnelle und flexible Lösungen für das Unternehmen verfügbar machen zu können, ist eine große Stärke der Cloud. Mit Blick auf die Zukunft rechnen CIOs daher auch mit einer Entwicklung hin zu Diensten von Außen. Derzeit bleibt der Fokus allerdings auf der Private Cloud und der Eigenleistung der IT-Abteilung“, so Peter Lempp, COO, Application Services, bei Capgemini in Deutschland.

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