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Der Datenbetrieb: richtig speichern

Produzierende Unternehmen müssen oft große Mengen Daten sammeln. Informationen zur Herstellung jedes Bauteils werden in der Regel über Jahre gespeichert, besonders in sensiblen Branchen wie Automotive oder Healthcare. Und bei der Masse der täglich hergestellten Teile wachsen in vielen Betrieben die Datenmengen ins Unermessliche. Das kann schon kleine Unternehmen vor ernste Probleme stellen. Bei größeren sind sie quasi vorherbestimmt. Die Storage-Lösung wird so zum Flaschenhals. Es sei denn, man wählt eine intelligente und flexible Lösung. Sie heißt Software Defined Storage oder kurz: SDS.

Bei SDS werden Speicherung und Verwaltung der Datenmengen von der zugrunde liegenden Hardware getrennt. Software und Hardware werden also als unterschiedliche Instanzen behandelt. Die Hardware hat ein eigenes Betriebssystem, das selbständig arbeitet. Die Storage-Software stellt Services wie Orchestration, Provisionierung und Datenschnittstellen bereit und bietet automatisch arbeitende Funktionen für die Verwaltung. Der physische Speicher wird dabei zu einem Pool zusammengefasst und ist nicht mehr an ein einzelnes Speichermedium gebunden. Im Gegenteil: Hier ist der Anwender variabel und kann Medien wie Solid-State-Drives (SSD) und Festplatten kombinieren.

Zu den führenden Anbietern im Bereich SDS gehört der US-Konzern Dell. Das Unternehmen berät und begleitet Unternehmen vom kleinen Mittelständler bis zum DAX-Konzern bei der Umstellung auf SDS-Lösungen. „Jede Umstellung birgt natürlich auch Risiken“, sagt Peter Dümig, Senior Server Product Manager bei Dell EMC. „Doch die Risiken sind beherrschbar.

Umstellung auf SDS

So hat Dell den südbadischen Autozulieferer Micronas bei der Umstellung seiner Storage-Architektur auf eine SDS-Lösung unterstützt. Micronas beschäftigt an seinem operativen Hauptstandort Freiburg etwa 900 Menschen. Das Unternehmen entwickelt und produziert Sensoren und embedded Motor-Controller für Automobil- und Industrieanwendungen. Da sammeln sich immense Datenmengen an.

Bisher hatte Micronas diese in zwei eigenen Rechenzentren gehostet. Die Infrastruktur ist durch einen hohen Virtualisierungsgrad mit je 250 virtuellen Maschinen auf Basis von Microsoft Hyper-V und VMware gekennzeichnet. Dort laufen Linux-Systeme, ein hauseigenes MES-System sowie SAP. Die meisten anderen Server-Anwendungen laufen auf Microsoft-Software. Vor anderthalb Jahren entschied sich Micronas, seine Speicherarchitektur komplett neu zu gestalten. Micronas suchte eine Kombination aus schnellem Speicher und relativ langsamen, dafür aber kostengünstigen Festplatten mit großer Kapazität.

Heiße und kalte Daten

Dell unterschied dabei in der Analyse zwischen heißen und kalten Daten. Heiße Daten sind solche, die schnell und oft verfügbar sein müssen und daher auch auf schnellen Speichermedien wie Solid-State-Drives (SSDs) vorgehalten werden. Bei Micronas waren das tatsächlich nur fünf Prozent der Datenmenge. Das Gros der Daten aber kann auf den wesentlich günstigeren Festplatten gespeichert werden. Der Schlüssel, damit dieses System funktioniert, ist eine dynamische Software, die die Verlagerung in beide Richtungen automatisch durchführt. Bei der bisherigen Lösung organisierte Micronas den Storage in Gruppen: Es wurden mehrere Einheiten zusammengefasst und miteinander vernetzt. Dies führte zu einem sehr hohen Administrationsaufwand. „Da jede Box über einen eigenen Controller verfügt, mussten wir bei einem Firmware-Update jede Einheit einzeln anfassen und schon Tage oder Wochen vorher beginnen, die Daten auf andere Boxen zu migrieren“, erklärt Mirko Schnellbach, Systems Engineer bei Micronas.

Jetzt geht es deutlich einfacher. Nun werden die Datenspeicherung und die Verwaltung von der Hardware abstrahiert. Der physische Speicher wird zu einem Pool zusammengefasst, der sich über mehrere Systeme erstrecken und unterschiedliche Medien wie SSDs und Festplatten umfassen kann. „Mit SDS wären die Wartung und Installation von Patches oder Firmware-Updates während des laufenden Betriebs ohne wochenlangen Vorlauf möglich“, fährt Schnellbach fort. Der laufende Betrieb wird dadurch nicht gefährdet.

Flaschenhals adieu

Die Testphase lief so erfolgreich, dass Micronas sein klassisches Storage-System aufgegeben hat. Mittlerweile laufen in beiden Rechenzentren SDS-Lösungen mit Hardware von Dell und Xeon-E5-2600 Prozessoren von Intel. Der Flaschenhalsim Storage-Bereich hat sich dadurch geweitet. Wartung und Konfiguration sind im laufenden Betrieb möglich. Durch den Einschub neuer Speichermedien kann das System jederzeit erweitert werden. „SDS-Lösungen rechnen sich nach kurzer Zeit“, sagt Peter Dümig von Dell. Bei manchen Kunden sinken die laufenden Kosten um mehr als die Hälfte. Die Amortisationsdauer beträgt manchmal nur wenige Monate. Ein ROI in ein bis zwei Jahren ist die Regel. „Natürlich bedeutet eine so grundlegende Veränderung immer auch einen Aufwand“, räumt Dümig ein. „Aber es lohnt sich.“

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